- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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- 2018/2019

Pannenflicken 2018/2019

Ergebnisse der Pannenflickenwahl 2018/2019

Pannenflicken-Wahl 2018/2019 der Radverkehrsinitiative Cycleride (IC) / Pressetext

Ein weiteres Jahr voller interessanter Radverkehrs-Entgleisungen quer durch die Republik konnten die Mitglieder der Radverkehrsinitiative Cycleride nun mit einer abschließenden Wahl beenden. Als Sieger stand schon früh Neu-Ulm fest und erhält demnach mit 39,4% aller Stimmen den „Goldenen Pannenflicken“. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits Fehmarn (3. Platz 2015) und Donzdorf (1. Platz 2016) mit unrühmlichen, behindernden und gefährlichen Drängelgittern auf dem Podium standen, überstrahlte der äußerst kreative Metalleinsatz in Neu-Ulm alles bislang dagewesene in Sachen Radverkehrsbehinderung. Benötigt man mit dem Auto nur wenige Sekunden um den großen Kreisverkehr „Allgäuer Ring“ herum, brauchen Radfahrer hierfür Minuten. Vorausgesetzt, sie stürzen nicht oder fahren nicht vor lauter Konzentration Entgegenkommende um. Anstatt Radfahrer auf der Fahrbahn zu führen oder bevorrangigte Radwegfurten aufzupflastern, investierte man viele tausende Euro, um den Radverkehr massivst zu behindern, damit der Kfz-Verkehr ungehindert durchbrausen kann. An Radfahrer mit Kinderanhängern, Liegerädern oder Tandems hat man gar nicht erst gedacht. Die EU-Wahlen zeigen es mit dem satten Zugewinn der Grünen: Diese Zeiten müssen endlich vorbei sein. Radverkehr gehört nicht ausgebremst, sondern als emissionsfreie und gesunde Fortbewegungsart beschleunigt. Fachjuror Bernd Sluka meinte in seiner Bewertung, ob man hier nicht einen Sonderpreis für das kreativste Fahrrad-Labyrinth aushändigen könnte.

Den „Silbernen Pannenflicken“ mit Platz zwei bei 22,7% aller Stimmen erhält der Landkreis Harburg. IC-Mitglieder aus Norddeutschland bestätigten, dass selbst bei wenig befahrenen Straßen solche engen, teils zugewucherten und dennoch benutzungspflichtig ausgeschilderte Radwege Usus seien und die Behörden zu borniert, um geltende Vorschriften umzusetzen. Radverkehrsexperte Ervin Peters bezeichnete das als „krankhaften Standard-Irrsinn norddeutscher Machart“. Immerhin hat die Gemeinde Asendorf als Teil des gescholtenen Landkreises innerhalb der Nominierungsphase alle Radwegbenutzungspflichten komplett aufgehoben und damit für Klarheit und Sicherheit gesorgt. Leider sind andere Ortschaften noch nicht nachgezogen.

Auf dem dritten Platz folgt Hallstadt bei Bamberg mit 15,2% Stimmenanteil und erhält den „Bronzenen Pannenflicken“. Mit Millionenkosten stampfte man einen großzügigen Kreisverkehr in den Boden, sah aber nur minimalen Platz für den Radverkehr vor, den man aber nicht auf der Fahrbahn fahren lassen will. Gefährliche Absätze, superenge Kurvenradien, Mini-Inseln und sehr schmale Schutzstreifen bei der Rückführung auf die Fahrbahn überzeugten insbesondere Experte Bernd Sluka, der hier sogar seinen Favoriten ausmachte. Seiner Auffassung nach würden hier Sicherheitsbelange der Radfahrer aufs Gröbste verletzt.

Der jährliche Sonderpreis „Trampelpfad“ geht diesmal an den Bostalsee ins Saarland. Hier will man augenscheinlich Radfahrer davon abhalten, die gute, asphaltierte Fahrbahn zu benutzen und verweist sie per irreführender Beschilderung und Pfeilmarkierung über einen Schlammpfad in den dunklen Wald.

Für diese Wahlsaison haben sich die Mitglieder der IC auf einen Sonderpreis „Baustellen-Chaos“ verständigt, da ihnen immer wieder völlig verwirrende Ausschilderungen in Baustellenbereichen begegnen. Ein Paradebeispiel bot hier die Baustelle der Wohnbaugesellschaft „Exklusiv“ in der Neuffener Straße, die beispielsweise den Radfahrstreifen für 1,5 Meter aufhebt und danach wieder ausweist. Dieser Preis steht symbolhaft für unzählige Baustellen im Lande, die oft völlig ohne Sachverstand ausgeschildert werden.

Platz 4 erreichte mit 14,4% der Stimmpunkte die Stadt St. Wendel im Saarland mit einer Radroute, die durch einen ultraengen Grüntunnel und vorbei an einer uneinsehbaren Ausfahrt führt. Mit 8,3 Punkten kam Beuren aus Baden-Württemberg auf Platz 5. Unnötig gefährlich und schikanös ist hier der Beginn einer linksseitigen Radwegbenutzungspflicht im Gefälle ohne Querungsmöglichkeit und Furtmarkierungen, die am Ende in einen Gehweg mündet.

 

Die Bilder zu den Preisträgern finden Sie auf in unserer Galerie:

http://www.cycleride.de/component/joomgallery/pannenflicken-18/19.html

und die Auszeichnungen auf:

http://www.cycleride.de/aktionen/pannenflicken.html

Die Meinungen und Bewertungen der Fachjuroren und Radverkehrsexperten zu den einzelnen Nominierungen können Sie in den News nachlesen unter:

http://www.cycleride.de/aktuelles/news/107-fachjuroren.html